Was ist Boricha?
In vielen koreanischen Haushalten steht eine Flasche Boricha im Kühlschrank und ersetzt Leitungswasser. Restaurants stellen dir oft eine Kanne davon auf den Tisch, ohne dass du sie bestellst. Gerstentee enthält keine Teeblätter und damit kein Koffein, du kannst ihn also auch abends trinken. In Japan heißt das gleiche Getränk Mugicha, dort trinkt man es im Sommer eiskalt.
Gerste enthält Gluten. Bei Zöliakie greifst du zu Maistee, auf Koreanisch Oksusu-cha, den du genauso kochst.
Gerstentee selber machen: die Zutaten
Geröstete Gerste kaufen
Im Asia-Laden bekommst du geröstete Gerste in Tüten zu 500 g oder 1 kg, beschriftet mit Roasted Barley oder 볶은 보리. Die Körner sind dunkelbraun und riechen nach Kaffee. Daneben liegen Teebeutel mit gemahlener Gerste, ein Beutel reicht für 1 bis 2 Liter. Die Beutel ziehen schneller, mit ganzen Körnern bestimmst du die Stärke genauer.
Gerste selbst rösten
Perlgerste aus dem Supermarkt röstest du selbst. Wasch die Körner, lass sie abtropfen und röste sie in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze 15 bis 20 Minuten unter Rühren, bis sie dunkelbraun sind und duften. Lass sie auf einem Teller abkühlen und füll sie in ein Schraubglas.
So gelingt der Gerstentee
Die Karte nimmt 30 g Gerste auf 1 Liter Wasser. Gib die Körner ins kalte Wasser, bring alles zum Kochen und lass den Tee bei kleiner Hitze 30 Minuten köcheln. Je länger er kocht, desto dunkler und kräftiger schmeckt er. Für einen milden Tee halbierst du die Gerste oder nimmst den Topf nach 15 Minuten vom Herd. Gieß den Tee durch ein feines Sieb. Die Körner kannst du ein zweites Mal mit frischem Wasser aufkochen, der Tee wird dann heller.
Kalt aufgießen
Für Mugicha nach japanischer Art legst du einen Teebeutel in eine Karaffe mit 1 Liter kaltem Wasser und stellst sie 2 bis 3 Stunden in den Kühlschrank. Der Tee schmeckt so weicher und weniger nach Röstung.
Aufbewahren
Gekochter Gerstentee hält sich im Kühlschrank 2 bis 3 Tage. Füll ihn abgekühlt in eine saubere Glasflasche mit Deckel. Riecht er säuerlich oder wird er trüb, gießt du ihn weg.
Häufige Fehler
- Ungeröstete Gerste: Rohe Körner geben einen blassen Tee, der nach Getreidebrei schmeckt.
- Zu viel Gerste: Mit mehr als 40 g pro Liter schmeckt der Tee bitter und erinnert an kalten Kaffee.
- Zucker und Milch: Boricha kommt in Korea pur auf den Tisch. Zu scharfem oder fettem Essen spült der ungesüßte Tee den Gaumen frei.
Weitere Tees aus Korea und Japan
Magst du Röstaromen, probier den japanischen Genmaicha mit grünem Tee und geröstetem Reis. Fruchtig und süß wird es mit Yuja-cha aus Zitrusmarmelade, säuerlich mit Omija-cha. Kräuterig schmeckt Ssukcha aus Beifuß. Als kalten Abschluss nach dem Essen servieren Koreaner gern Sikhye, ein süßes Reisgetränk.
