Was ist Oyakodon?
Oya heißt Eltern, ko heißt Kind: Huhn und Ei landen in derselben Schale. Don steht für Donburi, die tiefe Schale mit Reis und Belag. Das Tokioter Geflügelrestaurant Tamahide führt das Gericht auf das Jahr 1891 zurück. Heute kochen japanische Familien Oyakodon als schnelles Abendessen, und Donburi-Lokale führen es als Standard auf der Karte. Einen Überblick über die ganze Familie der Reisschalen gibt der Artikel Donburi.
Die richtigen Zutaten
- Hähnchen: Die Karte nimmt Brust. Japanische Köche greifen meist zu Keule ohne Knochen, sie bleibt saftiger und verzeiht eine Minute mehr. Brust garst du höchstens 5 Minuten.
- Dashi: Instant-Dashi aus Granulat reicht für dieses Gericht. Dosierung und den Vergleich mit selbst gekochter Brühe findest du unter Dashi und Dashi-Pulver.
- Mirin: Der süße Reiswein macht die Sauce rund und lässt sie glänzen. Ersatz und Unterschiede zu Sake erklärt Mirin.
- Reis: Japanischer Rundkornreis, frisch gekocht und heiß. Rechne 150 g gekochten Reis pro Schale.
So gelingt Oyakodon
Portionsweise garen
In Japan garen Köche jede Portion in einer kleinen flachen Pfanne mit senkrechtem Griff, der Oyakodon-Nabe. Eine beschichtete Pfanne mit 18 bis 20 cm erfüllt denselben Zweck. Gib die Hälfte der Sauce, des Hähnchens und der Zwiebeln hinein, gar alles und lass die fertige Portion direkt auf den Reis gleiten. Danach folgt die zweite Portion.
Eier kaum verquirlen
Schlag die Eier mit Stäbchen nur ein paar Mal durch. Weiße und gelbe Schlieren sollen sichtbar bleiben. So bekommst du zarte Stellen und festere Stücke in derselben Schale.
Ei in zwei Schritten
Gieß zwei Drittel des Eis kreisförmig über das Hähnchen, leg den Deckel auf und warte 30 Sekunden. Dann kommt der Rest dazu. Nach weiteren 20 bis 30 Sekunden ziehst du die Pfanne vom Herd. Das Ei gart auf dem heißen Reis nach. Kochst du für Schwangere oder kleine Kinder, lässt du es fest stocken.
Häufige Fehler
- Zu viel Sauce: Der Reis wird nass und zerfällt. Die Sauce soll den Reis nur befeuchten.
- Ei durchgegart: Es wird gummiartig, und die Schale schmeckt nach Rührei.
- Kalter Reis: Das Ei stockt darauf nicht weiter, und das Gericht wird lauwarm.
- Zwiebel zu kurz gegart: Gib ihr 3 bis 4 Minuten in der Sauce, bis sie weich und süß ist. Roh schmeckt sie scharf durch.
Varianten
Ersetzt du das Hähnchen durch ein paniertes Schnitzel, wird daraus Katsudon. Mit Rind oder Schwein statt Huhn heißt die Schale Tanindon, übersetzt „Schale der Fremden“, weil Fleisch und Ei nicht vom selben Tier stammen. Ohne Ei und mit dünnem Rindfleisch kochst du Gyudon. Als Garnitur passen neben Frühlingszwiebeln Nori-Streifen und eine Prise Shichimi Togarashi. Dazu servierst du eine kleine Misosuppe und eingelegtes Gemüse. Reste wärmst du nicht auf: Das Ei gart nach und wird fest, also koch lieber nur so viel, wie ihr esst.
