Was ist Yù Tóu Nián Gāo?
Nián Gāo (年糕) heißt Jahreskuchen. Im Chinesischen klingt das Wort wie „jedes Jahr höher“, deshalb essen Familien den Kuchen zum Neujahrsfest und wünschen sich damit Wachstum und Erfolg. Yù Tóu (芋頭) ist der Taro, Shǒu Gōng bedeutet handgemacht.
Der herzhafte Taro-Kuchen aus der kantonesischen Dim-Sum-Küche ist ein anderes Gericht. Ihn machst du mit normalem Reismehl und würzt ihn mit Wurst und getrockneten Garnelen, das Rezept steht unter Yutou Gao. Sein Verwandter mit Rettich heißt Luo Bo Gao.
Die richtigen Zutaten
- Taro: Im Asia-Laden liegen große Knollen mit brauner, faseriger Schale und weißem Fleisch mit lila Punkten. Sie werden beim Dämpfen mehlig und lassen sich zerdrücken. Kleine Knollen (Eddo) sind schleimiger.
- Klebreismehl: Achte auf die Bezeichnung „Glutinous Rice Flour“. Beim thailändischen Hersteller mit dem Elefanten auf der Packung steckt Klebreismehl in der grünen Tüte, normales Reismehl in der roten. Mit normalem Reismehl zerbröselt der Kuchen. Mehr über Klebreis und seine Stärke liest du unter Klebreis kochen.
- Zucker: Weißer Zucker lässt die helle, lila gesprenkelte Farbe stehen. Mit braunem Zucker oder Palmzucker wird der Kuchen dunkler und schmeckt nach Karamell.
So gelingt der Kuchen
Taro schälen und dämpfen
Roher Taro enthält Oxalatkristalle, die auf der Haut jucken. Zieh beim Schälen Handschuhe an. Dämpf die Würfel 20 Minuten, bis ein Messer ohne Widerstand hineingleitet, und zerdrück sie heiß. Halb garer Taro kratzt im Hals.
Teig mischen
Gib das Wasser esslöffelweise dazu. Jede Knolle bringt unterschiedlich viel Feuchtigkeit mit, manchmal brauchst du nur 100 ml. Der Teig soll dick und glänzend vom Löffel fallen, ähnlich wie zäher Kartoffelbrei.
Dämpfen
Deck die Form mit Alufolie oder einem Teller ab, damit kein Kondenswasser auf den Teig tropft. Nach 60 Minuten steckst du ein Holzstäbchen in die Mitte. Bleibt kein weißer, roher Teig daran hängen, ist der Kuchen fertig. Lass ihn vollständig auskühlen, bevor du ihn schneidest, sonst klebt er am Messer.
Häufige Fehler
- Teig zu flüssig: Der Kuchen bleibt in der Mitte weich und lässt sich nicht in Scheiben schneiden.
- Taro grob zerdrückt: Kleine Stücke stören nicht, große Brocken reißen beim Schneiden aus.
- Dämpfer trocken gelaufen: Prüf nach 30 Minuten den Wasserstand und gieß kochendes Wasser nach.
Servieren und aufbewahren
Abgekühlt schneidest du den Kuchen in 1 cm dicke Scheiben und isst ihn zum Tee. Im Kühlschrank wird er nach einem Tag fest. Dann brätst du die Scheiben in wenig Öl 2 bis 3 Minuten pro Seite, bis sie außen knusprig und innen wieder weich sind. In Südchina und Hongkong ziehen viele Köche die Scheiben vorher durch verquirltes Ei. Abgedeckt hält sich der Kuchen im Kühlschrank 4 bis 5 Tage.
Varianten
Für einen kräftigeren Kokosgeschmack ersetzt du das Wasser durch Kokosmilch. Mit Banane bekommst du den Klebreiskuchen mit Banane, mit Yamswurzel den Shan Yao Nian Gao. Taro und Kokos verbindet auch das vietnamesische Dessert Chè Khoai Môn, das du warm aus der Schale löffelst.

