Thai-Basilikum: Horapha, Krapow und Zitronenbasilikum
Thai-Basilikum heißt in Thailand Horapha (โหระพา) und ist eine Basilikumsorte mit violetten Stielen, festen Blättern und einem Aroma nach Anis und Lakritz. Es gehört in grüne Currys, Nudelsuppen und Wokgerichte. Das heilige Basilikum Krapow aus Pad Krapow ist eine eigene Art mit pfeffrigem Geschmack.
Fact sheet
- Also known as
- Horapha (โหระพา), Húng Quế, Anisbasilikum, Thai basil; verwandt: Krapow (กะเพรา, heiliges Basilikum, Tulsi), Maenglak (แมงลัก, Zitronenbasilikum)
- Origin
- Thailand und Südostasien
- Taste
- Horapha nach Anis und Lakritz, Krapow pfeffrig nach Nelke, Maenglak nach Zitrone
- Substitute
- Genoveser Basilikum mit etwas Minze oder Anis; für Krapow Basilikum mit mehr Pfeffer und Chili
- Storage
- wie ein Strauß im Wasserglas bei Zimmertemperatur drei bis fünf Tage, nicht unter etwa 8 °C, gehackt in Öl einfrieren
- Where to buy
- Asialaden im Kühlregal, Kräuterregal gut sortierter Supermärkte, Krapow frisch oder tiefgekühlt in Läden mit thailändischem Sortiment, Pflanzen in Gärtnereien
Drei Basilikumsorten der Thai-Küche
In Thailand kochst du mit drei Sorten, die sich in Duft und Einsatz klar trennen. Im deutschen Handel steht auf allen dreien gern nur „Thai-Basilikum“.
| Sorte | Aussehen | Aroma | Typisch für |
|---|---|---|---|
| Horapha (โหระพา), Thai-Basilikum | glatte, spitze Blätter, violette Stiele, lila Blüten | Anis, Lakritz, süßlich | grünes und rotes Curry, Nudelsuppen, frisch zum Essen |
| Krapow (กะเพรา), heiliges Basilikum, Tulsi | kleinere, weich behaarte Blätter mit gezacktem Rand, grün oder rötlich | pfeffrig, nach Nelke, leicht scharf | Pad Krapow, Dschungelcurry, scharfe Wokgerichte |
| Maenglak (แมงลัก), Zitronenbasilikum | schmale, hellgrüne Blätter, weiße Blüten | Zitrone, frisch | Kräutersuppen, Reisnudeln mit Currysauce, Salate |
Botanisch ist Horapha eine Varietät des Basilikums, das du aus dem Supermarkt kennst. Krapow gehört zu einer eigenen Art, Ocimum tenuiflorum, die in Indien als Tulsi wächst. Das vietnamesische Húng Quế entspricht Horapha.
Wann nimmst du welches Basilikum?
Horapha verträgt kaum Hitze. Du gibst die Blätter am Ende in Currys und Suppen, ziehst den Topf vom Herd und rührst einmal um. Im grünen Curry Gaeng Keow Wan und im roten Curry mit Huhn landet eine Handvoll Blätter erst kurz vor dem Servieren in der Sauce. Zu Nudelsuppen und Grillgerichten liegt Horapha roh auf dem Kräuterteller.
Krapow brätst du mit. Erst in heißem Öl entfaltet es seinen pfeffrigen Duft. Für Pad Krapow Moo kommen die Blätter in den letzten 30 Sekunden in den Wok, beim gebratenen Reis Khao Pad Kra Pao ebenso. Auch Pad Kee Mao bekommt seine Schärfe aus Chili und Basilikum, Köche nehmen dafür je nach Region Krapow oder Horapha. Im Dschungelcurry Gaeng Pa kocht Krapow mit.
Maenglak riecht nach Zitrone und passt zu Fisch und Gemüse. In der Kräutersuppe Kaeng Liang gibt es den Ton an. Die Samen der Pflanze quellen in Wasser auf und schwimmen in süßen Getränken.
Ersatz für Thai-Basilikum
- Für Horapha: Genoveser Basilikum aus dem Supermarkt, dazu zwei oder drei Minzblätter oder eine Prise gemahlener Anis. Das Curry schmeckt dann frischer und weniger lakritzig, funktioniert aber.
- Für Krapow: Horapha oder Genoveser Basilikum, zusammen mit etwas mehr schwarzem Pfeffer und Chili. Den Nelkenton erreichst du damit nicht. Als Topfpflanze findest du Krapow unter dem Namen Tulsi in Gärtnereien.
- Für Maenglak: Genoveser Basilikum mit etwas abgeriebener Limettenschale oder ein paar Blättern Zitronenmelisse.
Getrocknetes Basilikum ersetzt keine dieser Sorten. Es verliert beim Trocknen die Duftstoffe, um die es hier geht.
Kaufen in Deutschland
Horapha bekommst du im Asialaden im Kühlregal oder neben dem Gemüse, meist in Bündeln oder Schalen. Einige gut sortierte Supermärkte führen es als „Thai-Basilikum“ im Kräuterregal. Krapow ist seltener. Läden mit thailändischem Sortiment haben es frisch oder tiefgekühlt, oft als „holy basil“ beschriftet. Maenglak findest du am ehesten dort ebenfalls. Online bieten Händler frische Kräuter im Kühlversand an, und Gärtnereien verkaufen Pflanzen und Samen aller drei Sorten.
Thai-Basilikum lagern
Basilikum mag keine Kälte. Unter etwa 8 °C werden die Blätter schwarz. Stell die Stiele daher wie einen Blumenstrauß in ein Glas Wasser bei Zimmertemperatur, ohne direkte Sonne, und stülp locker einen Gefrierbeutel darüber. Horapha hält auf diese Weise drei bis fünf Tage. Muss es in den Kühlschrank, wickle es in feuchtes Küchenpapier und nimm das wärmste Fach, meist die Tür.
Zum Einfrieren zupfst du die Blätter ab, hackst sie grob und frierst sie mit etwas Öl in Eiswürfelformen ein. Die Würfel gibst du gefroren in Currys. Für frische Kräuterteller eignen sie sich nicht mehr, weil die Blätter dunkel werden.
Thai-Basilikum selbst ziehen
Alle drei Sorten wachsen in Deutschland als einjährige Pflanzen auf der Fensterbank oder im Sommer auf dem Balkon. Säe sie ab März drinnen bei mindestens 20 °C. Basilikum keimt im Licht, du drückst die Samen also nur an und bedeckst sie nicht mit Erde. Nach draußen dürfen die Pflanzen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, an einen sonnigen, geschützten Platz. Gieß morgens und nicht über die Blätter.
Ernte immer die Triebspitzen über einem Blattpaar, dann verzweigt sich die Pflanze. Brich Blütenstände früh aus, sonst steckt sie ihre Kraft in die Samen und die Blätter werden kleiner. Ein Steckling aus dem Bund vom Asialaden bildet im Wasserglas nach ein bis zwei Wochen Wurzeln und lässt sich danach eintopfen.
Basilikum gehört in der Thai-Küche zu einem Kräuterset mit Zitronengras, Galgant und Kaffirlimettenblättern. Den Weg dieser Zutaten in eine Paste zeigt der Ratgeber Thai-Currypasten.