Was ist Omurice?
Der Name verbindet die englischen Wörter Omelette und Rice. Omurice gehört zur Yoshoku-Küche, zu den Gerichten, die japanische Köche seit dem späten 19. Jahrhundert nach westlichem Vorbild entwickelt haben, wie Curry Rice oder Hayashi Rice. Ein Restaurant in Tokio und eines in Osaka beanspruchen die Erfindung für sich. Heute bekommst du Omurice in Familienrestaurants und Cafés, zu Hause kochst du es als schnelles Abendessen. Reisomelett und Omurice meinen dasselbe Gericht.
Die richtigen Zutaten
- Reis: Nimm gekochten japanischen Rundkornreis vom Vortag. Kalter Reis zerfällt in der Pfanne in einzelne Körner und nimmt den Ketchup auf, frischer Reis klumpt. Für 350 g gekochten Reis kochst du etwa 150 g rohen Reis, Grundlagen unter Reis kochen.
- Hähnchen: Hähnchenschenkel bleiben saftiger als Brust. Schneid das Fleisch in Würfel von 1 cm, dann ist es gar, bevor der Reis anbrennt.
- Ketchup: In Japan nehmen Köche normalen Tomatenketchup. Für mehr Tiefe gibst du 1 TL Worcestersauce oder Tonkatsu-Sauce dazu.
- Eier: Du brauchst zwei Eier pro Omelett. Ein Esslöffel Milch macht das Ei weicher.
So gelingt das Omelett
Für das Omelett nimmst du eine beschichtete Pfanne mit 20 bis 24 cm Durchmesser. In größeren Pfannen läuft das Ei zu dünn aus und reißt beim Klappen. Verquirl die Eier, bis keine Schlieren von Eiweiß mehr zu sehen sind. Gieß sie bei mittlerer Hitze in das Öl und zieh sie ein paar Sekunden mit Stäbchen oder einem Spatel von außen zur Mitte. Sobald die Unterseite fest ist und die Oberseite noch glänzt, legst du den Reis auf.
Die Karte klappt das Omelett als Halbmond über den Reis. Für die bekannte Form aus japanischen Restaurants setzt du den Reis als längliche Rolle in die Mitte, schlägst beide Seiten darüber und stürzt das Omurice mit der Naht nach unten auf den Teller. Leg ein Küchentuch darüber und drück es mit den Händen in eine ovale Form. Danach kommt der Ketchup in einer Linie oder im Zickzack darauf.
Häufige Fehler
- Zu heiße Pfanne: Das Ei wird braun und zäh. Japanisches Omurice hat eine gelbe, glatte Oberfläche.
- Matschiger Reis: Zu viel Ketchup auf einmal weicht den Reis auf. Du kannst den Ketchup vorher eine Minute in der Pfanne anbraten, dann verdampft Wasser und er schmeckt runder.
- Lauwarme Füllung: Halte den Reis in der Pfanne warm, während du das Omelett brätst.
Varianten
- Tampopo-Omurice: Du brätst ein dickeres, innen flüssiges Omelett, legst es als Rolle auf den Reis und schneidest es der Länge nach auf. Es klappt auseinander und deckt den Reis zu. Ein Tokioter Restaurant hat die Variante für den Film Tampopo von 1985 entwickelt.
- Mit brauner Sauce: Statt Ketchup gießt du eine Demi-glace über das Omelett, so wie bei Hayashi Rice.
- Vegetarisch: Ersetz das Hähnchen durch Champignons und gewürfelten festen Tofu. Brate die Pilze, bis sie kein Wasser mehr abgeben.
Dazu passt
In Japan steht neben Omurice oft ein kleiner Salat mit Sesam-Dressing oder eine Misosuppe. Magst du Reis mit Ei, probier auch Oyakodon, dort garen Hähnchen und Ei zusammen in süßer Brühe. Aus Malaysia kommt Nasi Goreng Pattaya, gebratener Reis mit Chili in einer Omeletthülle. Ein gerolltes Omelett ohne Reis kochst du mit Tamagoyaki.
